Android 8 Beta Erfahrungsbericht

Android 8 Features in der finalen Beta-Version 4

Die Android-Welt erwartet in diesen Tagen mit Spannung die offizielle Veröffentlichung von Android O. Schon vorab hat Google Beta-Versionen von Android 8 zum öffentlichen Testen freigegeben. Wofür der Codename „O“ steht ist bisher nicht verraten worden. Wir haben uns die Änderungen einmal genauer angesehen.

Zum Zeitpunkt des Tests steht mit der vierten Version die laut Google „final preview“ des neuen Android OS zum Download bereit. Bisher werden erst wenige Geräte unterstützt. Google nennt auf der Seite des Betaprogramms die folgenden Smartphones:

  • Nexus 5X
  • Nexus 6P
  • Pixel
  • Pixel C
  • Pixel XL

Zudem wird der nicht länger vertriebene Nexus Player unterstützt.

Neben der etwas umständlichen Methode den ROM des eigenen Geräts selbst zu flashen bietet Google durch das Betaprogramm die anwenderfreundliche Möglichkeit ein OTA-Update („over-the-air“) durchzuführen.

Für den Erfahrungsbericht nutzen wir auf das Pixel XL als Testgerät und führen das automatisierte Update durch.

Google warnt selbst vor bekannten Bugs in der Vorversion, bittet aber gleichzeitig auch um Feedback über Fehler zur Verbesserung der Plattform – lebendige Softwareentwicklung in Aktion.

Installation der Beta-Version

Wir haben uns dafür entschieden über das OTA-Update den einfacheren Weg zur aktuellen Beta-Version zu wählen. Es ist empfehlenswert vor der Installation wichtige persönliche Daten zu sichern.

Über den Link https://www.google.com/android/beta gelangen wir mit dem Smartphone auf die Homepage des Betaprogramms. Die Seite erkennt die vorhandenen und zum Update zugelassenen Geräte des jeweiligen Nutzerkontos.

Android O - Anmeldung Zum Betaprogramm Android O - Anmeldung Zum Betaprogramm
Android O Systemupdate verfuegbar Android O Systemupdate verfuegbar
Android O Beta Installation Android O Beta Installation
Android O Dropdown Version Android O Dropdown Version

Mit fast 1 GB hat das neue OS eine ordentliche Größe, somit ist für den Download ein wenig Geduld gefragt. Nach dem Download des Updates muss die Installation erneut durch den Anwender bestätigt werden. Auch hierbei wird etwas Geduld benötigt.

Bei unserem Test passierte, nachdem der Ladebalken von Schritt 1 durchgelaufen war, zunächst erstmal eine Weile lang nichts. Das Gerät blieb aber weiterhin ansprechbar, zum Beispiel konnte das Drop-down-Menü weiterhin heruntergezogen werden.

Wahrscheinlich wurde der zweite Schritt ausgeführt und nur die Anzeige des Installationsprogramms nicht aktualisiert. Nach Abschluss des Installationsvorgangs muss ein Neustart bestätigt werden.

Wiederherstellung der Vorversion

Neben der vereinfachten Installation des Updates wird auf der Seite des Betaprogramms auch die Möglichkeit geboten zur vorherigen Android-Version zurück zu wechseln. Hierzu muss man sein Gerät aus dem Programm abmelden. Nach den Aussagen von Google werden die auf dem Gerät vorhandenen Daten gelöscht.

Wie sieht das neue Android O aus?

Nachdem die Installation abgeschlossen ist und das Gerät neu startet ist man vielleicht erst einmal enttäuscht. Auf den ersten Blick ändert sich nicht viel:

Android_8_alt_neu_vergleich

Android 8 wechselt durch die Installation das Wallpaper des Bildschirmhintergrunds auf eines der neuen Standardbilder. Die vorher auf dem Gerät vorhandenen Daten, wie beispielsweise Fotos, blieben bei unserem Test erhalten.

Die sichtbaren Änderungen im Einzelnen:

Im Drop-down-Menü findet sich ein eigener Eintrag der auf die Beta-Version hinweist. Über das Zahnrad wechseln wir zu den Einstellungen, hier finden sich deutliche Neuerungen. Das Menü der Einstellungen wurde überarbeitet.

Die einzelnen Einträge wurden in neue Kategorien eingeteilt und umsortiert, insgesamt wirkt es platzsparender. Die Suchfunktion zum Auffinden der gesuchten Optionen wurde bereits mit Android 7 implementiert und wird beibehalten.

Bei den Benachrichtigungen im Drop-down-Menü finden sich zwei neue Optionen:

  • Alle Benachrichtigungen können über einen Timer auf Wiedervorlage gesetzt werden. Somit können beispielsweise auch Mail-Benachrichtigungen zum späteren Lesen markiert werden.
  • Zusätzlich wurde ein Einstellungsmenü für die einzelnen Nachrichtenkanäle ergänzt. Hierüber lassen sich, abhängig von der jeweiligen App, schnell weitere Filter für Benachrichtigungen konfigurieren.

Android 8 Benachrichtigung

Durch längeres Drücken auf eine leere Stelle des Startbildschirms kann ein weiteres Einstellungsmenü für die Apps aufgerufen werden. Ein neues Feature in dieser Auflistung bietet der Menüpunkt „Change icon shape“. Über diesen kann zur Darstellung der App-Icons, sowohl auf dem Startbildschirm als auch im App-Menü, eine von fünf unterschiedlichen Formen ausgewählt werden. Wie auf dem Screenshot zu sehen, gelten die Änderungen aber (noch) nicht für alle Apps.

Eine sehr gelungene Neuerung sind die Kontextmenüs, die sich durch das Gedrückthalten der Appsymbole aufrufen lassen. Diese ermöglichen einen schnelleren Zugriff auf die Optionen der Anwendungen. Beispielsweise können hierüber neue Mails geschrieben, neue Kontakte angelegt oder ein neuer Tab erzeugt werden. Auffällig ist dabei aber, dass diese Option zwar im Appmenü für alle Anwendungen, für den Startbildschirm aber wohl erst noch rudimentär implementiert wurde.

Nicht ganz so gelungen finden wir, dass die Batterieanzeige am oberen Displayrand ohne Prozentangabe angezeigt wird. Wohl als Ausgleich findet sich diese mit weiteren Angaben im Einstellungsmenü unter dem Eintrag „Akku“.

Android 8 Akkuleistung

Die als sehr praktisch empfundene Bild-in-Bild-Funktion, die es ermöglichen würde mehrere Fenster für das Multitasking gleichzeitig offen zu halten, konnte in unserer Entwicklerversion leider nicht getestet werden.

Als letzte deutlich sichtbare Änderung wollen wir noch die Anpassung der Emojis der Standard-Tastatur erwähnen. Hier hatte Google in den letzten Jahren mehrmals Änderungen durchgeführt. Mit Android 8 hat man sich wohl dem Stil beliebter Messenger-Apps angepasst.

Android – die bisherigen Emojis
Android 8 - neue Emojis
Android 8 – die neuen Emojis

Entwickler-Modus & Easter Egg

Zwei weitere Neuerungen mit der Vorabversion 4 sind etwas versteckt und knifflig zu finden, daher wollen wir euch den direkten Weg dorthin beschreiben.

Der derzeit wohl als inoffizielles Logo für Android O gehandelte orange Kreis findet sich wie folgt:

Einstellungen 
  -> System 
    -> "über das Telefon" 
      -> dreifacher Tap auf den Eintrag "Android Version"

Und schon öffnet sich ein Fenster mit dem Kreis. Dieser bietet zunächst keine wirkliche Funktion. Durch längeres Drücken kann hierüber aber das Easter Egg aufgerufen werden – eine kleine Spielerei der Android-Entwickler.

Android 8 Easter Egg Octopuss

Das Einschalten des Entwickler-Modus ist für Programmierer und Interessierte aber wahrscheinlich spannender. Über das folgende Vorgehen wird dieser aktiviert:

Einstellungen 
  -> System 
    -> "über das Telefon" 
      -> auf den Eintrag "Build Nummer" muss insgesamt sieben   
         Mal getippt werden

Android 8 Entwickleroptionen

Was ist neu in Android 8? – Neuerungen im Hintergrund

Neben den sichtbaren Neuerungen haben die Entwickler von Google viele Änderungen im Hintergrund durchgeführt. Diese sind für den Anwender nicht direkt zu sehen, aber im Alltag mit dem neuen Android O spürbar und sollen hier zumindest kurz erwähnt werden. Die Entwickler versprechen „Hundreds of bug fixes and optimizations“, welche die folgenden Punkte betreffen :

  • Akkuleistung: Die Ausdauer der Geräte soll erhöht werden, bis sie wieder an die nächste Steckdose gehängt werden müssen. Wen würde dies nicht freuen?
  • Project Table: Durch einen internen Umbau an der Betriebssystem-Architektur sollen frühere Updates erfolgen. Die neue Struktur würde diesen Prozess erleichtern.
  • Bluetooth-Audio: Vor allem bei Geräten der aktuellen Pixel-Generation zeigen sich immer wieder Ausfälle und Verzögerungen bei der Audioübertragung per Bluetooth. Dies soll sich zukünftig verbessern, zudem werden neue Bitraten verfügbar sein.
  •  HDR: Zukünftig sollen auch HDR-Displays nativ durch Android unterstützt werden. Hierdurch soll es App-Entwicklern ermöglicht werden einen erweiterten Farbraum zu nutzen. Das wäre vor allem für Bildbearbeitungsprogramme von Vorteil.
  • intelligente Textauswahl: Eigentlich sollten beim markieren von Texten feststehende Namen oder auch Adressen erkannt und automatisch zusammenhängend markiert werden. Zum Zeitpunkt unseres Tests war dies jedoch noch nicht zu bemerken.

Android 8 Intelligente Textauswahl bei Namen

  • Wi-Fi Aware: Quellen sprechen hier davon, dass Android 8 eine automatische Aktivierung des WLAN-Empfangs bieten wird. Genaueres ist über diese Technologie aber noch nicht bekannt. Der Vorteil wäre, dass man nicht mehr manuell daran denken muss den WLAN-Empfang zu aktivieren wenn man ihn beispielsweise unterwegs zum Stromsparen ausgeschaltet hatte.
  • Die Kamera wurde mit eher kleinen Neuerungen bedacht: Ein doppeltes Tippen auf das Display führt nun zu einem Zoom auf 50%. Zudem wurden die Icons zum Umschalten zwischen Foto und Video überarbeitet, was die Bedienung erleichtern soll.
  • Physik-Bibliothek: Android O bietet intern eine ausgebaute Bibliothek an Physik-Algorithmen. Diese soll es Entwicklern leichter machen natürliche Bewegungen bei Animationen in ihre Apps zu integrieren.

Fazit

Die Registrierung und Installation über das Betaprogramm von Google ist ein leichter Prozess geworden. Anders als auf anderen Geräten läuft diese unter Android sehr unkompliziert ab und kann aus unserer Sicht jedem Interessierten empfohlen werden. Am besten sollte man dafür aber nicht sein „Haupt-Handy“ benutzen.

Bisher ist Android 8 rein in der Entwicklerversion verfügbar. Die Vorversion Android 7 Nougat liegt aktuell noch unter 15% der genutzten Geräte. Wie sich das neue Betriebssystem in den kommenden Monaten nach dem offziellen Release durchsetzen wird, bleibt somit abzuwarten.

Durch die Einschränkung der zum Test zugelassenen Geräte bleibt fraglich wie schnell der durchschnittliche Android-Nutzer hiermit in Berührung kommen wird.

Viele der neuen Änderungen wirken interessant und bieten Anwendern eine Vielzahl praktischer Vorteile – das Kontextmenü der Apps oder die erweiterten Möglichkeiten bei den Benachrichtigungen wirken durchdacht. Andere versprochene Features, allen voran der Bild-in-Bild-Modus, haben wir bei unserem Test vermisst.

Bei der Nutzung der Beta-Version in den vergangenen zwei Tagen seit der Installation des Updates konnten wir keine Einschränkungen oder neuen Fehler feststellen. Das System wirkt stabil, auch wenn es in der Entwicklungsphase noch nicht zum produktiven Einsatz empfohlen wird.

Es erscheint rätselhaft, warum manche der Features in der doch als „final preview“ bezeichneten Entwicklerversion 4 auf sich warten lassen. Auch wenn die Gerüchteküche im Internet brodelt schweigt sich zudem Google bisher weiterhin über ein offizielles Veröffentlichungsdatum aus.

Thorsten
Mein Hauptinteresse gilt dem kreativen Einsatz neuer Technologien. Neben meiner großen Leidenschaft für elektronische Musik interessiere ich mich für Fotografie und Fotobearbeitung.
Thorsten

Autor: Thorsten

Mein Hauptinteresse gilt dem kreativen Einsatz neuer Technologien. Neben meiner großen Leidenschaft für elektronische Musik interessiere ich mich für Fotografie und Fotobearbeitung.